Abstracts der Vorträge der 71. UKW-Tagung 2026

Vorläufige Liste – Änderungen möglich

01 Emil Bergmann
EME-Portabel auf 23cm Band- Aufbau und Erfahrungen – ein Jahr danach

Nach dem Vortrag 2025 auf der 70.UKW-Tagung über Grundlagen und Herausforderungen sowie die Mindestanforderung an die Technik speziell für EME 23cm kamen viele Fragen auf.

Emil, DL8JJ, wird nochmal kurz auf diese Grundlagen auffrischen um sich dann den weiteren Fragen und Erfahrungen zu seinen EME-Portabel 23cm Setup widmen: Hardware & Software, Remote Steuerung. Apps, Forums, Links etc. – weitere Fragen und Diskussion erwünscht.

An der UKW-Tagung 2026 ist Neumond, der Mond steht den ganzen Tag hoch am Himmel und Emil wird sein Equipment auch im praktischen Betrieb zeigen..

02 Pieter-Tjerk de Boer, PA3FWM
3D-gedruckte Tiefpassfilter, und die Darlington-Synthese

Tiefpassfilter für Kurzwellensender können statt mit Ferritkernen, auch mit Luftspülen gebaut werden. Der 3D-Druck erlaubt es, diese ohne Abgleich genau herzustellen. Dabei kann die gegenseitige Kopplung der Spulen benutzt werden, um Kerbe und damit größere Flankensteilheit zu erreichen. Weil dies keine Standardfilter sind, braucht man für den Entwurf die s.g. Darlington-Synthese.

03 Matthias Bopp, DD1US
Erfahrungen mit chinesischen PA-Modulen für die Amateurfunkbänder 23 cm, 13cm und 6 cm

Es gibt mittlerweile einige Anbieter aus China, welche Leistungsverstärkermodule im Frequenzbereich 1200 MHz bis 5800 MHz scheinbar recht günstig anbieten.

In diesem Vortrag werden Messungen an solchen Verstärkermodulen für Amateurfunkanwendungen vorgestellt und die Eignung dieser Module inklusive eventuell nötiger Modifikationen dargestellt.

Betrachtet werden Verstärkermodule für die Amateurfunkbänder 23 cm, 13 cm und 6 cm im Leistungsbereich 10 Watt bis 50 Watt.

04 Matthias Bopp, DD1US
ARTEMIS II Mondmission – Dopplerverfolgung der S-Bandsignale mit einer Amateurfunkstation

Mittlerweile sind fast 54 Jahre vergangen, seit Gene Cernan als bisher letzter Mensch den Mond verlassen hat. Mit den ARTEMIS Missionen bereitet sich die NASA mit Partnern wie der ESA darauf vor, wieder Astronauten auf den Mond zu bringen. Anfang dieses Jahres reiste die ARTEMIS II Crew zum Mond, umkreiste ihn und landete wieder sicher auf der Erde.

Im Vorfeld der Mission hatte die NASA weltweite Organisationen dazu aufgerufen, sich für eine Studie zu präzisen Dopplermessungen des Radiosignals der Orion Raumkapsel zu bewerben. Ein Ziel der NASA ist die Evaluierung, in wie weit es möglich ist mit nicht-NASA eigenen Empfangsanlagen aus den diversen Dopplermessungen präzise Bahndaten der Raumkapsel zu ermitteln.

AREx (Amateur Radio Exploration) hat eine Gruppe von privaten Funkamateuren organisiert, welche mit kleinen Empfangsanlagen an dieser Studie teilgenommen haben. Der Autor war Teil dieser Gruppe und wird das Projekt, seine Empfangsanlage sowie die bei der NASA eingereichten Ergebnisse seiner Messungen vorstellen.

05 Christian Dindas, DG8DP
DP-AMP Chris DG8DP, Weiterentwicklung der Kurzwellen LDMOS-Endstufe

Das Projekt LDMOS-Endstufe gewann 2017 auf der UKW-Tagung den ersten Platz im Selbstbau-Wettbewerb. Die Bausätze waren schnell vergriffen.

Chris DG8DP hat das alte Projekt komplett überarbeitet und kann nun der konstant anhaltenden Nachfrage eine modernisierte Form zum Selbstbau anbieten. Alle Bausätze sind bereits SMD vorbestückt, was auch ungeübten Funkamateuren den Einstieg ermöglicht. Wer bedrahtete Bauelemente löten kann, kann auch eine komplette Endstufe bauen.

Zwei Gehäuse in vier Farben, eine moderne und selbstentwickelte Wasserkühlung, remotefähiger selbst entwickelter Controller mit CAN-Bus zum Steuern des Netzteils, ein Chebyshev Filter 7. Ordnung für noch bessere Unterdrückung der Oberwellen, inklusive 8m und 4m Band, RX / TX Umschaltung, Displays direkt nach Einschalten betriebsbereit etc. werden im Vortrag erläutert. Fast 1000 Stunden für Kurse mit Abschluss in C++, Python und Java machten viele neue Features erst möglich. Der Rückblick auf die alte Entwicklung und der Weg von einem Hobby Projekt hin zu einem Amateurfunkunternehmen stellt die gesamte Bandbreite dar, die ein solches Projekt ausmacht.

06 Erich H. Franke, DK6II
Wandern und Funken in digitalen Modes auf Kurzwelle!
Von Antennen bis zu Stromversorgung: Was müssen wir beachten?

Die Digitalisierung von Funkgeräten in Form von Software Defined Radios und die damit einhergehende Miniaturisierung macht heute auch vor der Kurzwelle nicht halt. Sowohl die Produkte der alteingesessenen Hersteller als auch Geräte neuer Anbieter aus Fernost sind inzwischen in breiter Front im Markt verfügbar, in ihrer Größe geschrumpft und können verglichen mit ihrer Größe erstaunliche Senderleistung erzeugen.

Neben den üblichen Audio-Betriebsarten wie CW, SSB und FM können die Geräte selbstverständlich auch für Klassiker von FAX, SSTV, RTTY, Packet Radio bis hin zu FT-4 und FT-8 benutzt werden – und das aufgrund ihrer Größe, ihres Gewichts und des Energiebedarfs sogar im portablen bzw. mobilen Einsatz. Lassen Sie uns heute diskutieren welche technischen Voraussetzungen wir für den transportablen Einsatz einer Kurzwellenanlage schaffen müssen, um bei den Trend-Aktivitäten wie POTA und COTA effizient mitspielen zu können.

07 Ulrike Gayh
Intelligente Gewässerüberwachung mit multispektraler Sensorik: Von der Messplattform zum datengetriebenen Modell

Die kontinuierliche Überwachung von Oberflächengewässern gewinnt angesichts zunehmender Belastungen durch anthropogene Einflüsse und klimawandelbedingte Veränderungen zunehmend an Bedeutung. Viele wasserqualitätsrelevante Prozesse, wie Trübungsspitzen, Sedimenteinträge oder Algenblüten, verlaufen innerhalb kurzer Zeiträume und können mit klassischen Laboranalysen nur eingeschränkt erfasst werden. Daher besteht ein wachsender Bedarf an kostengünstigen, energieeffizienten und in situ einsetzbaren Messsystemen.

Im Rahmen dieses Vortrages wird ein mikrocontrollerbasiertes Messsystem zur multispektralen optischen Charakterisierung von Oberflächengewässern vorgestellt. Das System basiert auf einem Raspberry Pi Pico 2 und einem multispektralen Sensor mit mehreren diskreten Spektralkanälen. Ziel ist die Untersuchung, inwieweit sich verschiedene Wasserqualitätsparameter simultan erfassen und voneinander trennen lassen. Im Gegensatz zu einfachen photometrischen Einzelmessungen bietet die multispektrale Sensorik zusätzliche spektrale Informationen, während sie gleichzeitig deutlich kostengünstiger und energieeffizienter bleibt als klassische Spektrometersysteme. Aufbauend auf den gewonnenen Datensätzen erfolgt die Untersuchung verschiedener datengetriebener Auswerteverfahren. Neben klassischen chemometrischen Ansätzen wie der Partial Least Squares Regression werden Methoden des maschinellen Lernens, darunter Gaußsche Prozessregressionen und neuronale Netze, hinsichtlich ihrer Eignung zur Verbesserung der Messgenauigkeit bewertet.

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Entwicklung kostengünstiger Sensortechnologien für die Umweltüberwachung und adressiert eine bestehende Forschungslücke im Bereich mikrocontrollerbasierter Multispektralsensorsysteme. Die Ergebnisse sollen zeigen, welches Potenzial die Kombination aus multispektraler Sensorik und datengetriebener Datenanalyse für die zukünftige Echtzeitüberwachung von Oberflächengewässern besitztbstract wird nachgeliefert

08 Lutz Gündel, DC3YT
Koaxialkabel zur Anpassung von Antennen

Die Wunschimpedanz einer Antenne ist ein Widerstand passend zum Ausgang der Sendeendstufe sowie eine Reaktanz gleich Null. Dies ist jedoch in der Realität nicht immer gegeben, d.h. ein Anpassungsnetzwerk muss zwischen Sender-Ausgang und Antenne geschaltet werden. Hierzu werden meistens Kombinationen von Spulen und Kondensatoren verwendet.

Eine preiswerte und leicht verfügbare Variante kann mit Koaxialkabeln realisiert werden. Neben λ/4-und dem weniger bekannten λ/12-Transformator ist das Arbeiten mit Stichleitungen (sog. Stubs) eine flexiblere Variante. Der Entwurf der Stubs kann sehr vorteilhaft mittels Smith-Diagramm erfolgen. Hierbei sind nur einige wenige Schritte im Smith-Diagramm notwendig.

Im letzten Schritt soll ein zu kurz geratener Faltdipol für das 70 cm-Band an 50 Ω angepasst werden. Die aufeinander folgenden Schritte sind wieder: Smith-Diagramm und LTSpice. Die Abschließende Realisierung und die Vermessung mittels NanoVNA zeigt jedoch: Der Velocity-Faktor des verwendeten Kabels stimmt nicht mit dem Datenblatt überein. Die Stubs lassen sich jedoch leicht an die Realität anpassen.

09 Matthias Hornsteiner, DG4MHM
GNSS, RNSS und SBAS – aktueller Stand der Dinge

Navigationssysteme sind aus unserem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Eine zentrale Rolle nehmen hierbei satellitenbasierte Navigationssysteme ein.

Wir unterscheiden zwischen globalen Satellitennavigationssystemen (GNSS), regionalen Satellitennavigationssystemen (RNSS) und satellitenbasierten Ergänzungssystemen (SBAS). Im ersten Teil dieses Vortrags wird der aktuelle Stand dieser Systeme präsentiert und es wird ein Ausblick auf die künftig zu erwartenden bzw. geplanten Entwicklungen gegeben.

Der zweite Teil des Vortrags geht auf das Thema Positionsbestimmung im Kontext von DXing und Amateurfunk ein. Es wird ein erweitertes sowie ein modifiziertes Maidenhead-Locator-System vorgestellt, wobei auch die Frage beleuchtet wird, für welche technischen und wissenschaftlichen Bereiche Positionsgenauigkeiten bis herab zum Millimeterbereich hilfreich und notwendig sind.

In diesem Zusammenhang berühren wir auch das aktuelle Thema „unbemannte Luftfahrzeuge“ (UAV/Drohnen) und Drohnenphotographie. Zuletzt erfolgt eine Kurzvorstellung der vom Referenten entwickelten App „GPS DX“, die umfangreiche GPS-Analysen mit Features kombiniert, die für DXer und Funkamateure interessant sind.

10 Jochen Jirmann, DB1NV
Breitbandstörer Schaltnetzteile

Chinesische Kleinnetzteile (mit allen Prüfzeichen!) sind die Hauptursache für Amateurfunkstörungen im Bereich von Langwelle bis in den unteren UKW-Bereich. Sie dienen nicht nur zum Smartphone-Laden mit kurzem Kabel, sondern zur Speisung von Kleinverbrauchern wie Haus- und Gartenleuchten, LED-Ketten über lange Kabel, ideale Drahtantennen! In Steckdosenleisten stecken USB-Netzteile. Die Hersteller „vereinfachen“ die Applikationen der Chiphersteller: Hauptsache es kommt Strom raus, weg mit den (sicherheitsrelevanten) EMVBauteilen.

Kostensparend wurde eine „richtige“ Spannungsregelung entfernt. Schaltungsanalyse und EMV-Messungen dokumentieren das. Vergleiche mit „besseren“ Steckernetzteilen und einem 600W-Industrienetzteil zeigen, wie man es richtig macht!!

11 Alexander Knochel, DK3HD
Akte X: Phasenabhängige Reflexionen an Sendern mit X-Parametern verstehen und selbst messen

Die Reflexionen rücklaufender Wellen an Senderausgängen können wesentlich komplexer sein, als es die Folklore üblicherweise erzählt. Nichtlineare Effekte führen dazu, dass sich die Ausgangsimpedanz von Sendern nicht nur abhängig von der Ausgangsleistung ändert, sondern es im Allgemeinen keinen eindeutigen Reflexionskoeffizienten und damit keine eindeutige dynamische Ausgangsimpedanz mehr gibt – Reflexionen werden dann abhängig von der Phase der einlaufenden Welle.

Um diese Effekte zu erfassen, sind üblicherweise X-Parameter-Messungen mithilfe aufwändiger nichtlineater NVNAs notwendig. Ich stelle ein für jeden einfach umzusetzendes Messverfahren vor, mit dem wir diesem wichtigen, aber in Amateurfunkkreisen bisher wenig bekannten Phänomen auf den Grund gehen.

12 Andreas Krüger, DJ3EI
1000 Antennensimulationen

Wer ein Antennensimulationsprogramm mit eigener Software steuert (z.B. mit Python-Code), kann 1000 und mehr ähnliche Antennen bequem ausprobieren.

Was geht damit? Lehrreiche Parameterstudien: Was passiert eigentlich, wenn ein Dipol kürzer und kürzer gemacht werden muss oder tiefer und tiefer hängt? Antennendaten lassen sich aus Analyser-Messwerten erschließen: Wie lang ist die Antenne elektrisch? Und Antennen können automatisch optimiert werden, auch für ungewöhnliche, individualistische Vorstellungen, was „optimal“ ist.

13 Michael Kugel, DC1PAA
Aufbau von MESHCORE-Repeatern an den QTHs von DB0AAI, DB0ALU und DB0CPU

Warum wurde MESHCORE gewählt? Welche Hardware ist brauchbar? Win/Win für MESHCORE und DIGI-Betreibern. Vorteile am QTH der Automatischen Stationen. Wie sieht der Übertragungsweg aus? Welches Equipment braucht der User? Welche Erfahrungen wurden bisher gemacht?

14 Guido Liedtke, DJ1NG
MESH-Technologien auf UKW für Notfunk- und Notfallzwecke

Kommunikationsnetzwerke liegen im Trend der Zeit – nicht nur im Amateurfunk-Dienst. Wir werfen gemeinsam einen Blick auf derzeit sich im Gebrauch befindliche MESH-Netzwerke und -Technologien (z.B. LoRa Mesh, ESPnow) und vor allem deren Nutzen und Verwendung in Katastrophen- und Notfallszenarien.

15 Oliver Schmidt
DX mit Tux – Linux im Einsatz für SDR und Co.

Mit den gestiegenen Anforderungen an Rechner für Windows 11 werden unzählige Geräte zu Elektroschrott – es sei denn, man installiert ein Linux-basiertes Betriebssystem und nutzt seine Hardware einfach weiter. Das spart Kosten und schont die Umwelt oder man hat ein funktionierendes Zweitgerät.

Aber taugt Linux auch für unser Hobby? Welche Programme stehen zur Verfügung und welche nicht? Diese und noch weitere Fragen werden in diesem Vortrag geklärt. Empfehlungen für den ersten Start mit Linux und wo es Hilfe gibt, werden dabei auch beleuchtet.

16 Georg Seegerer, DG6RS
SSB Signalquelle 35-4400MHz mit polarem Modulator

Vorgestellt wird eine breitbandige Signalquelle für 35–4400 MHz, die SSB sowie weitere schmalbandige Modulationsarten wie CW, FM, AM, FT8 und PSK31 eigenständig erzeugt.

Im Gegensatz zu Upconverter-Lösungen ist kein 2-m/70-cm-Allmode-Transceiver erforderlich. Das Konzept der polaren Signalerzeugung orientiert sich am uSDR von DL2MAN, jedoch ohne integrierte PA. Im Vortrag werden außerdem die Grundlagen von Controlled-Envelope-SSB (CE-SSB) sowie Versuche zur SSB-Erzeugung mit konstanter Amplitude erläutert. Entwickelt wurde die Signalquelle insbesondere für den Schmalbandbetrieb über QO-100.

Layout und Software sind als Open Source verfügbar; zudem ist ein Bausatz mit bereits bestückten SMD-Komponenten geplant.

17 Andreas Spiess, HB9BLA
Vom Fragenbeantworter zum willigen und fähigen Assistenten
KI für Recherche, Wissensvermittlung und technische Projekte im Amateurfunk

Viele Funkamateure nutzen künstliche Intelligenz heute vor allem als Fragenbeantworter: Sie lassen sich technische Begriffe erklären, suchen Informationen oder erzeugen erste Programmteile. Die Möglichkeiten reichen jedoch deutlich weiter. Mit Zugriff auf Dokumente, Dateien, Entwicklungswerkzeuge, GitHub und isolierte virtuelle Maschinen kann aus dem Chatbot schrittweise ein Assistent werden, der umfangreiche technische Aufgaben selbständig bearbeitet.

Der Vortrag zeigt diesen Weg anhand konkreter Reifestufen: von der einfachen Frage über quellenbasierte Recherche und gemeinsame Programmierung bis zum Agenten, der Dateien verändert, Programme ausführt, Fehler analysiert und Tests durchführt. Als Beispiele dienen unter anderem die Umwandlung eines ADIF-Logs in das Cabrillo-Format sowie die Dekodierung eines unbekannten 433-MHz-Sensors mit Raspberry Pi und RTL-SDR.

Das Zielbild ist ein weitgehend selbständig arbeitender Entwicklungsagent. Er erhält beispielsweise den Auftrag, eine iOS-App für die Suche und Bergung von Wetterballons zu entwickeln, den Empfänger MySondy GO über Bluetooth einzubinden, Telemetrie und Flugweg darzustellen, Tests auszuführen und die Änderungen über GitHub bereitzustellen.

Dabei wird auch gezeigt, was einen solchen Assistenten tatsächlich „fähig“ macht: ausreichender Kontext, geeignete Werkzeuge, eine kontrollierte Arbeitsumgebung und überprüfbare Anforderungen. Denn je selbständiger ein Agent handelt, desto wichtiger werden Versionskontrolle, Isolation, Tests und die fachliche Beurteilung durch den Menschen.

18 Michael Vorbeck
DB0ND Update 2024–2026: Vom Amateurfunkrelais zur kritischen Infrastruktur

Das 2024 auf der UKW-Tagung vorgestellte klassische Amateurfunkrelais DB0ND wurde innerhalb von zwei Jahren ein vielseitiger Kommunikations-, Sensor- und Frühwarnstandort, dessen technische Infrastruktur heute weit über den eigentlichen Amateurfunk hinausreicht.

Vorgestellt werden unter anderem der Ausbau des C4FM-Relais mit Wires‑X, die Erweiterung der HAMNET-Anbindung, APRS, ADS‑B-, FLARM- und Wetterballonempfang sowie LoRa-basierte Netze mit Meshtastic, MeshCore und Reticulum. Ein Schwerpunkt liegt auf den praktischen Erfahrungen beim Betrieb moderner Funktechnik an einem hochfrequent belasteten Hochstandort.

Die mit der Modernisierung der Standortinfrastruktur mit Glasfaser, 5G, Fernwartung und Home Assistant, der Aufbau einer BOS-Rückfallebene sowie die Entwicklung eines KI-gestützten Systems zur Waldbrandfrüherkennung und einer LoRa-basierten Pegelsensorik verbunden technischen Herausforderungen und gewonnene Erkenntnisse werden offen dargestellt.

Der Vortrag zeigt exemplarisch, wie sich der traditionsreiche Standort DB0ND zu einer modernen Plattform für Amateurfunk, Krisenvorsorge, Sensorik und regionale Frühwarnung entwickelt hat und welche Perspektiven sich daraus für zukünftige Anwendungen ergeben.

19 Henning Christof Weddig, DK5LV
Neue Erkenntnisse meines Experimentier-Empfängers (siehe SBW 2025)

Angeregt durch die Messergebnisse meines Funkgeräts für das 2m Amateurfunkband mit Bausteinen der Firma Semcoset für meinen Vortrag zur letztjährigen Jubiläums-UKW-Tagung hatte ich die Idee, „auf die Schnelle“ einen Empfänger mit China-Modulen und eigenen Modulen aufzubauen und messtechnisch zu untersuchen, ob dieser Empfänger bessere Ergebnisse bezüglich Empfindlichkeit und Dynamikbereich erbringt, als der 10m Empfänger Semcoset MB108. Diese Überlegungen und Messungen eines aus Einzelbaugruppen aufgebauten Empfängers werden in meinem diesjährigen Vortrag vorgestellt.

20 Peter Welke, DK1AA
Des Starkwindes im Antennenwald zweiter Teil: Vertikalantennen

Ein Einblick in Funktionsprinzipien klassischer und ungewöhnlicher Vertikalantennen, ihrer Funktionsprinzipien sowie deren Messwerte und die dazugehörigen Messverfahren – und: deren Grenzen…

Auch diesmal werden klassische Antennenformen der namhaften Hersteller, aber auch ein erneut völlig aus dem „normalen“ Rahmen fallendes Antennenkonzept von OM Sommer, DJ2UT miteinander verglichen. Auch wenn einige dieser Antennen heute im Handel nicht mehr erhältlich sind, geben sie viele Anregungen für den Selbstbau. Und die besprochenen physikalischen Funktionsprinzipien sind ohnehin unverzichtbar.

21 Rainer Wieland
Wenn Algorithmen an Bäumen scheitern

Bäume bremsen Funkwellen — und Algorithmen. Im Klimaprojekt UrbanClimate sollen Temperaturen unter Stadtbäumen prognostiziert werden, ohne dass an jedem Baum gemessen wird. Voraussetzung dafür ist eine verlässliche Antwort auf eine scheinbar banale Frage: Wo steht welcher Baum, wie hoch ist er, was steht um ihn herum?

Dieser Vortrag erzählt die methodische Reise zu dieser Antwort: zehn Iterationen klassische Bildverarbeitung, einen Versuch mit einem vortrainierten KI-Modell aus den USA, den Aufbau einer eigenen Konsens-Plattform für Trainingsdaten und schließlich die Einbindung von 3D-Höhendaten. Gezeigt wird, wo deterministische Ansätze an strukturelle Grenzen stoßen, wie Künstliche Intelligenz diese Lücke schließt — wenn sie im richtigen Kontext mit validen Daten trainiert wird —, und welcher wirtschaftliche Hebel sich daraus ergibt: das Projekt wurde mit KI-Unterstützung um den Faktor 12 günstiger umgesetzt als die klassische Kalkulation erwarten ließ.